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Presse
29.01.2011, 12:07 Uhr | Übersicht | Drucken
Stadträte besuchen Infans-Kita - HT 29.01.2011

Rundgang durch neu konzipierte Räume in Hagenbach

Die neue Bildungskonzeption für Halls Kindergärten, Infans, wirft viele Fragen auf. Damit befassen sich auch die Haller Stadträte. In der Kindertagesstätte Hagenbach informierten sie sich über die Praxis.


 
 
Schwäbisch HallErste Bürgermeisterin Bettina Wilhelm lässt Worten Taten folgen. Nach einer emotionalen Aussprache in der Hessentaler "Krone", bei der viele Eltern Vorbehalte gegenüber dem neuen Erziehungskonzept Infans in den städtischen Kindergärten äußerten, versprach sie weitere Gespräche. Nun lud sie die Haller Gemeinderäte und Vertreter der Stadtverwaltung in die Kindertagesstätte Hagenbach ein. Dort werden 92 Kinder von zehn Erzieherinnen betreut. Eine weitere Hospitation im Badtorweg folgt.
 
"Infans legt die Querschnittstandards fest. Die Abläufe werden flexibel von den Kitas erarbeitet. Diese haben wiederum unterschiedliche Profile", erklärte Bettina Wilhelm. Anschließend erläuterte Leiterin Gisela Svatek den Tagesablauf der Kindertagesstätte und das Infans- Konzept: "Es basiert auf drei Säulen, nämlich Betreuung, Bildung und Erziehung. Diese sind gleichwertig umzusetzen." Der Begriff Meeting wurde nicht übernommen, die Kinder treffen sich weiterhin mit ihrer Bezugserzieherin in der Morgenrunde. Dort werden die Angebote des Tages besprochen.
 
Der anschließende Rundgang durch die neu konzipierten Räume gab Einblicke in die verschiedenen Bildungsbereiche: Rollenspiel, Bibliothek, Baustelle, Rechenzentrum, Labor, Schreibwerkstatt, Atelier, Bewegung, Traumzimmer und Ernährung. Im Werkraum bestaunten die Gemeindevertreter eine von den Kindern gebaute, begehbare Miniversion des Lappeenranta-Stegs in Hall. "Die Erzieherinnen geben die Impulse, aber die Kinder setzen die Schwerpunkte. Auf diese Weise haben wir schon lange keine Langeweile mehr erlebt", berichtete Svatek. Joachim Härtig, stellvertretender Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, gab zu bedenken, dass die angeführten Bildungsbereiche schon vor Infans umgesetzt wurden. "Früher hatte jeder Gruppenraum seine Puppen- und Bauecken", erinnerte Wilhelm. Anstelle der Gruppenräume sind einzelne Bildungsinseln entstanden. Der Vorteil sei in der Größe und Vielfältigkeit der einzelnen Bereiche, die liebevoll und bis ins Detail eingerichtet wurden, klar erkennbar. Den Kindern stünden nun mehr Möglichkeiten für interessante Beschäftigungen offen. Jeweils eine Erzieherin betreut einen Raum.
 
Ruth Schmalzriedt (Freie Wählervereinigung) fragte, ob das Anlegen der Portfolios nicht viel zu zeitaufwändig sei. Tatsächlich kosteten Beobachtungen und Auswertungen über Stärken, Schwächen und Entwicklungen die Erzieherinnen in der Einarbeitungsphase mehr Zeit. Diesem Umstand hat die Stadt Rechnung getragen und die Verfügzeit auf neun Stunden erhöht. Inzwischen sehen die Fachkräfte die Bearbeitungsbögen als wichtigen Baustein ihres Erziehungsauftrages. Sie sind überzeugt, die Kinder individueller fördern zu können.
 
Maria Bub, Abteilungsleiterin für städtische Tageseinrichtungen, beobachtet: "Die meisten Eltern stehen Infans positiv gegenüber." Dies bestätigt die Pädagogische Mitarbeiterin Gabriele Schwarz: "Die Zahl der Kritiker ist nicht größer geworden. Es gibt verschiedene Ansichten, aber letztendlich wollen alle das Beste fürs Kind."
 
Die Antwort der Stadt auf ein Fragenpaket der CDU bezüglich des Infans-Konzeptes lesen sie auf http://www.hallertagblatt/dokumentation.


Zusatzinformationen zum Download
ht_29.01.11.doc
 

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